Sonntag, 21. April 2013

First Blood in Fort Herkimer!

Es war ein lauer Abend und Andreas saß bei einem Glas Wein.
Neben ihm Sam, der Vater seiner Frau und Alexandre, der gerade seine
Biberfallen in der Nähe des Anwesens besucht hatte. Lange hatten sie diskutiert
und der Abend neigte sich schon seinem Ende zu, als Andreas sich von seinem
Tisch erhob und mit ernster Miene sagte: "Nun, was gesagt werden musste
wurde gesagt, jetzt sollten Taten folgen." Darauf erhob sich auch Sam vom
Tisch mit einem: "So sei es!!" und Alexandre fügte mit einem finstern
Grinsen im Gesicht zu: "Wird auch langsam Zeit mal wieder etwas Anderem
als nur Bibern das Fell über die Ohren zu ziehen."



Andreas sah seine beiden Gesprächspartner an und sagte mit entschlossener
Stimme: "Sam, trommel die Männer zusammen!", "Alexandre gib
Deinen Leuten Bescheid!", "Ich werde Morgen Früh zu den Stockbridge
reiten und um Hilfe bitten."

"Wir treffen uns in zwei Tagen hier." sagte Andreas.

Es vergingen zwei unruhige Tage für Andreas. Auch wenn er früher Soldat gewesen
war, war dieses Unternehmen etwas völlig Anderes.

Andreas blickte über den Hof seines Anwesens, denn dort hatten sich die Männer
gesammelt. Es war nur eine kleine Schar Freiwilliger, die die Repressalien satt
hatten, unter denen sie zu leiden hatten. Ziel des Unternehmens war ein
Teehändler namens Smith in Fort Herkimer. Die erhöhten Steuern machten einen
wie ihn zu einem sehr wohlhabenden Mann. Bekannt auch für seine Königstreue und
skrupellose Art, war er das ideale Ziel für das erste Unternehmen. Dort sollte
sich auch nur eine kleine Garnison dieser Hessischen Söldner befinden, die den
Tee bewachten.


Nach kurzer Besprechung machten sich die Männer auf in Richtung Fort Herkimer
auf um dem Ausbeuter in London den ersten Stich zu versetzen.





 Nach etwas längerem Marsch im Dunkeln erreichten sie am Morgen Fort Herkimer.
Es war noch ziemlich ruhig am Fort und nur eine handvoll Hessischer Söldner war
zu sehen die das Teelager bewachten. Leider hatte kurz zuvor einer von
Alexandres Scouts berichtet, dass es nicht die einzigen Hessen waren, die sich
in der Nähe des Forts aufhielten. Sie lagerten etwas weiter draußen vor dem
Fort. Andreas wusste, dass es schnell gehen musste und lies seine Leute die
Positionen beziehen.


  Links im Süden war Sam mit einem Teil der Minutemen und rechts davon Alexandre
mit seinen Riflemen. Sie sollten die Hessen unter Beschuss nehmen und von den
Stockbridge und mir und meinen Minutemen ablenken, die im Wäldchen im Osten des
Teelagers in Stellung gingen.

Mit einem Pfeifen ging das Spektakel los. Sam, Alexandre und ihre Leute feuerten die Musketen auf die arglos stehenden Hessen ab. Als sich der Pulverdampf der ersten Salve verzog,
lagen ein Paar der deutschen Söldner am Boden und der Rest suchte hinter den
Kisten Schutz. Wider erwarten hielten die trainierten Söldner stand und suchten
nicht ihr Heil in der Flucht, sondern bildeten wie ihr Unteroffizier laut
schreiend befahl eine Linie um das Feuer zu erwidern. Ohne genau zu wissen, auf
was sie zu schießen hatten, legten sie ihre Musketen an und ließen eine Salve
in Richtung des Pulverdampfs los, was einen von Sams Minutemen zu Boden riss.

Da sich die Hessen nicht zurück gezogen hatten, musste Andreas handeln und
befahl seinen Männern sich um das Teelager herum zu bewegen und die Hessen von
hinten in die Zange zu nehmen, während die Stockbridge rechts von den Hessen im
Wald versuchten sich in eine bessere Schussposition zu bringen. 



   Als sich Andreas mit seinen Leuten aus dem Wald um das Teelager herum bewegen
wollte, musste er mit erschrecken feststellen, dass sich plötzlich eine
Kompanie Engländer auf seine Position zu bewegten."Wo kommen die denn
plötzlich her?" dachte er und ließ seine Leute eine missglückende Salve
auf die Engländer abfeuern. Die genauso überraschten Engländer bildeten ein
Linie, was Andreas Zeit gab, sich in das Wäldchen zurück zu ziehen um aus der
Schusslinie der Engländer zu kommen. Als die Engländer die Rebellen im Wald
verschwinden sahen, befahl ihr Kommandant diesen feigen Hasen nach zu setzen.

Die Minutemen und Riflemen lieferten sich inzwischen ein Feuergefecht mit den
Hessen, das weitere Söldner zu Boden beförderte. Trotz dieser Verluste hielten
sie stand. Es sah nicht gut aus für Andreas und seine Gefolgsleute, da man
damit rechnen musste, das sie weitere Hessen auf den Weg machten.







Als sich die Silhouetten von eilig heran marschierenden hessischen Grenadieren
im Westen abzeichneten, war es an der Zeit zu handeln. Er befahl den
Stockbridge im Osten des Teelagers den Angriff auf die übrig geblieben Hessen.
Mit einem Heulen stürzten die Indianer in Richtung der Hessen und warfen ihre
Tomahawks. Nur einer der Wurfäxte traf sein Ziel und spaltete den Kopf eines
Söldners. Im Angesicht des schrecklichen Todes eines ihrer Kameraden, stürmten
die Hessen zum Gegenangriff. Die ausweglose Situation und der grausame Tod
durch den Tomahawk lies die restlichen Überlebenden Hessen mit dem Mut der
Verzweiflung kämpfen. Nach einem kurzen und blutigen Nahkampf, der fünf Indianer
und vier Hessen zu Boden gingen ließ, zogen sich die Überlebenden beider Seiten zurück.








Angesichts der heran eilenden Hessen und den unerwartet auftauchenden
Engländern war es an der Zeit sich zurück zu ziehen. Ein Pfeifen war das
Kommando zum Rückzug für Andreas Mannen. Doch ganz sinnlos sollte dieser
Überfall nicht gewesen sein. Ein Teil des Tees war durch den Rückzug der Hessen
unbewacht und Andreas konnte noch schnell eine Fackel auf die Kisten werfen,
die recht schnell Feuer fingen.



Mit dem Wissen, dass es wenigstens ein kleiner Erfolg gewesen ist und dem
bitteren Geschmack im Mund, dass es nächstes Mal besser laufen müsste,
verschwand auch Andreas im Wald.

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